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Konzert für Chor

Lassen Sie sich mitreissen von eindringlichen Klangtiraden und monumentalen Huldigungsgesängen aus Estland und Russland!

Aufgrund eines Covid-Falls musste das Konzert vom 26.9.21, 17:00 Uhr im Dom zu Arlesheim leider abgesagt werden.

Raua Needmine Veljo Tormis
Konzert für Chor Alfred Schnittke

Samstag, 25. September 2021, 19 Uhr, Predigerkirche Basel
Sonntag, 26. September 2021, 17 Uhr, Dom zu Arlesheim

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Einlass zurzeit nur mit gültigem Covid-19-Zertifikat möglich


Frenetisches Fluchen, friedliche Schönheit
Nach pandemiebedingter Livekonzert-Abstinenz singt der Junge Kammerchor Basel unter dem Dirigat des soeben zum musikalischen Leiter der renommierten Singknaben der St. Ursenkathedrale Solothurn berufenen Tobias Stückelberger zum ersten Mal wieder alleine vor richtigem Publikum – mit einem Programm, das es ganz schön in sich hat: In Veljo Tormis‘ Antikriegsgesang „Raua Needmine“ werden mit archaischen Klängen die Waffen verflucht, welche den Menschen über die Jahrhunderte hinweg immer wieder aufs Neue Leid zugefügt haben. Der estnische Komponist verfasste das Werk 1972, als seine Heimat unter dem Joch sowjetischer Besatzung litt. Dies lässt erahnen, woher er die Inspiration nahm, subkutan brodelnde Wut in Musik zu bannen. Von einer Schamanentrommel verstärkt, skandiert der Chor den dem finnischen Nationalepos „Kalevala“ entnommenen Text, bis sich die angestaute Emotion schliesslich entlädt, in einer apokalyptischen Vision, die in der Chorliteratur ihresgleichen sucht.

Oft viel sanfterer Natur, aber nicht minder eindrücklich ist das zentrale Werk des Abends: In Alfred Schnittkes monolithischem „Konzert für Chor“ bestreiten die Sängerinnen und Sänger des Jungen Kammerchors eines der Schlüsselwerke des deutsch-russischen Komponisten. Zu Texten aus dem „Buch der Traurigen Lieder“ des um die erste Jahrtausendwende lebenden armenischen Mönchs Gregor von Narek verfasst, pendelt die Musik stilistisch zwischen orthodoxem Chorgesang und russischer Spätromantik. Mit seinen vier Sätzen und in seiner zeitlichen Ausdehnung von etwa einer Dreiviertelstunde mag das Werk symphonisch anmuten, ist jedoch einzig für Chor a cappella geschrieben. Dennoch: Die Wirkung des Klangbads, welches entsteht, wenn Schnittkes bis zu 16-stimmig aufragende Chorarchitekturen beginnen den Raum zu fluten, ist mit der eines Orchesters vergleichbar.

Die Mischung aus professionellen jungen Sängerinnen und Sängern sowie versierten Laien ermöglicht es dem 2016 gegründeten Jungen Kammerchor Basel, sich unerschrocken anspruchsvoller Chormusik verschiedenster Epochen zu nähern und diese mit jugendlich-frischem Geist zur Aufführung zu bringen. Dabei sind bisher so unterschiedliche Werke wie Rachmaninoffs Vesper, Bachs Motetten oder, wie zuletzt, Textfragmente des Künstlers Adolf Wölfli in Vertonungen von Per Nørgård und Jonas Marti erklungen.

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