Unser nächstes Projekt: i himmelen

In diesem Projekt widmen wir uns der Vokalmusik von Johannes Brahms und Edvard Grieg. Die Gegenüberstellung dieser beiden Komponisten ist gerade im Bereich der Vokalmusik äusserst interessant. Zuerst einmal ist zu erwähnen, dass Grieg, da er sein Studium in Leipzig absolviert hatte, stark durch den Stil der damaligen Deutschen Romantiker wie Brahms, Schumann und Spohr geprägt wurde. Sowohl Brahms als auch Grieg waren grosse Verehrer der Volksmusik ihres Landes und liessen sich in ihren Stücken davon inspirieren.

Die Suche nach dem “Folk” in der Musik interessiert uns besonders. Deswegen werden  wir in unser Programm einige Arrangements norwegischer Volksmusik aufnehmen. Unser Chorleiter Tobias Stückelberger studierte in Oslo die Feinheiten dieses Musikstils bei Grete Pedersen, die derzeit führende Expertin auf diesem Gebiet ist. In der norwegischen Volksmusik ist die Individualität der Stimme ein zentrales Element. Es wird also nicht immer eine rein klassische Gesangstechnik verwendet, sondern nach einem natürlichen Klang gesucht.  Wir wollen uns durch originale nNorwegische Volksmusik einen Zugang verschaffen, und dann damit experimentieren und schauen, wie und ob sich die Erkenntnisse auch auf Grieg und Brahms übertragen lassen.

Wir möchten die Inhalte und Melodien in unserem Programm einem “Basler Volk” im Jahre 2017 präsentieren. Die Thematiken, die in den Liedern behandelt werden –- Liebe, Religion, das Streben nach Freiheit, die Frage nach dem Sinn des Lebens und was nach dem Tod kommt –- sind auch im Jahre 2017 in Basel sehr aktuell. Wir setzen uns intensiv mit dem Inhalt auseinander und versuchen zu verstehen, was die Texte in der heutigen Zeit bedeuten. Dies bildet das Fundament für unsere Interpretation. Wir arbeiten mit unterschiedlichen Aufstellungen und nutzen den Aufführungsraum vielseitig. Auch verändern wir in einigen Stücken die Besetzungen, arbteiten teilweise solistisch, dann singt wieder der ganze Chor oder nur ein Ensemble auf der anderen Seite des Raumes. Bei den Zigeunerliedern haben wir auch vor, kleine szenische Elemente einzubauen. Diese sollen jedoch nicht direkt mit der Musik korrelieren, sondern im Gegensatz dazu stehen und einen neuen Aspekt des Textes beleuchten. Bei der Anordnung der Stücke kreieren wir Gegensätze. Wir arbeiten mit schnellen Wechseln und Kontrasten, lassen aber auch Zwischenräume entstehen. Als Überleitung werden einige der GesangsstudentInnen auch Solo-Lieder von Clara Schumann vortragen.

Die Zigeunerlieder von Brahms wurden aus einer grossen Entdeckerlust heraus komponiert. Brahms war auf einer Reise nach Ungarn von der dortigen Volksmusik begeistert, liess einige der Texte auf Deutsch übersetzen und vertonte diese zu völlig neuen Stücken. Mit derselben Entdeckerlust wollen wir nun wiederum die Partituren von Brahms und Grieg in den Händen halten und jenseits der hiesigen Aufführungstradition deren heutige Bedeutung für uns herausfinden.

Das Projekt wird mit einer hochwertigen Audio- und Videoaufnahme dokumentiert und wird im Anschluss als Ganzes und in Ausschnitten auf youtube.com und Social Media- Plattformen veröffentlicht und soll dazu dienen, diese wunderschöne Musik einem breiten Publikum zugänglich zu machen.